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Der Start in die Beikost - von der Milch zum Brei / Familientisch

Wann beginnt Beikost?

Mit Beikost sollte frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Beginn des 7. Monats begonnen werden. Entscheidend ist neben dem Alter auch, ob das Baby bereit dafür ist. Das Einführen der Beikost beendet nicht die Milchmahlzeiten in Form von Stillen oder Fläschchen, sondern ergänzt diese zu Beginn und ersetzt sie dann im Verlauf nach und nach. Der Verlauf ist sehr individuell, und hängt u.a. auch davon ab, wieviel das Baby von der Beikost zu sich nimmt. Die aktuelle S3-Leitlinie (Stand Februar 2026) empfiehlt, reifgeborene Säuglinge die ersten sechs Monate ausschließlich oder überwiegend zu stillen. Danach wird empfohlen, unter Einführung von Beikost weiterzustillen, mit dem Ziel einer Gesamtstilldauer von mindestens zwölf Monaten.

Woran erkenne ich, dass mein Baby bereit ist?

Typische Reifezeichen sind:

  • das Baby kann mit Unterstützung gut aufrecht sitzen und den Kopf sicher halten,

  • es zeigt Interesse am Essen und beobachtet aufmerksam, was andere am Tisch tun,

  • es öffnet den Mund beim Heranführen des Löffels,

  • es schiebt den Brei nicht sofort mit der Zunge wieder heraus,

  • es greift vielleicht schon nach Lebensmitteln oder dem Löffel.

Diese Zeichen sind hilfreicher als ein starrer Zeitplan. Manche Babys sind etwas früher bereit, andere etwas später.

Am besten starten Eltern mit einer ruhigen Mahlzeit am Tag, oft mittags. Zu Beginn reichen wenige Löffel. Danach kann das Baby stillen oder sein Fläschchen bekommen.

So gelingt der Einstieg

Die Beikost wird meist schrittweise aufgebaut:

  1. Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei

  2. Milch-Getreide-Brei

  3. Getreide-Obst-Brei

Die Reihenfolge kann im Alltag variieren. Wichtig ist, dass Mahlzeiten langsam eingeführt werden und zum Entwicklungsstand des Kindes passen. Gerade am Anfang heißt es, neue Geschmäcker und das Essen mit Löffel kennenzulernen.

Brei oder Fingerfood?

Nicht alle Familien füttern nur Brei. Manche führen ihr Baby auch mit weichen, gut greifbaren Lebensmitteln ans Essen heran. Dieses Vorgehen nennt man Baby-led Weaning (BLW). Wichtig ist, dass das Baby die nötigen Reifezeichen zeigt, gut aufrecht sitzt und nur sichere Lebensmittel bekommt. Auch bei BLW bleibt Milch im ersten Lebensjahr ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Wer sich weiter zu diesem Thema informieren möchte, findet hier weitere Tipps und Infos.

Vorsicht bei leicht verschluckbaren Lebensmitteln

Manche Lebensmittel können Babys und Kleinkinder leicht verschlucken oder einatmen. Dazu zählen zum Beispiel ganze Weintrauben, kleine Tomaten, Nüsse, harte Beeren, rohe harte Gemüsestücke oder größere Fleischstücke. Solche Lebensmittel sollten nicht im Ganzen gegeben werden. Weintrauben und kleine Tomaten werden am besten längs in kleine Stücke geschnitten, harte Lebensmittel weich gegart oder passend zerkleinert.

Das Kind sollte beim Essen immer aufrecht und stabil sitzen und beaufsichtigt werden. Wenn es selbstständig im Hochstuhl sitzt, ist eine gute Abstützung wichtig. Babywippen oder Autositze sind zum Füttern nicht geeignet.

Vegetarische Ernährung beim Baby

Eine vegetarische Ernährung ist bei Babys möglich, wenn sie gut geplant ist. Besonders wichtig ist die ausreichende Versorgung mit Eisen, Eiweiß, Vitamin B12 und anderen wichtigen Nährstoffen. Fleisch oder Fisch können durch pflanzliche Eiweißquellen wie Hülsenfrüchte, Getreide und angereicherte Produkte ersetzt werden. Bei der Beikost ist darauf zu achten, dass der Brei ausgewogen zusammengesetzt ist. Eine Beratung durch Kinderärztin oder Ernährungsfachkraft ist sinnvoll, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Vegane Ernährung beim Baby

Von einer ausschließlich veganen Säuglingsernährung wird abgeraten, da das Risiko für einen Nährstoffmangel groß und damit die Gesundheit des Kindes gefährdet ist. Wenn Eltern ihr Baby dennoch vegan ernähren möchten, müssen wichtige Nährstoffe wie Eisen, Vitamin B12, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, Eiweiß und Kalzium gezielt berücksichtigt werden, häufig über angereicherte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel. Eine vegane Ernährung sollte nur unter ärztlicher Begleitung und mit Unterstützung durch qualifizierte Ernährungsfachkräfte durchgeführt werden, um eine gesunde Entwicklung sicherzustellen.

Der erste Brei

Als erster Brei ist ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei gut geeignet. Gemüse wie Karotte, Pastinake, Kürbis, Zucchini, Blumenkohl oder Brokkoli passen gut. Später kommen Kartoffeln oder andere sättigende Beilagen hinzu sowie etwas Fleisch oder gelegentlich Fisch.

Wichtig ist die Zugabe von Rapsöl für wichtige Fettsäuren. Fisch ist im ersten Lebensjahr nicht verboten und kann Fleisch im Brei gelegentlich ersetzen.

Damit das enthaltene Eisen besser aufgenommen wird, ist Vitamin C hilfreich – etwa durch Obst oder etwas Saft zum Brei.

Der zweite und dritte Brei

Etwa einen Monat nach dem ersten folgt üblicherweise ein Milch-Getreide-Brei, oft abends. Später kommt der milchfreie Getreide-Obst-Brei meist am Nachmittag hinzu.

Das Baby bestimmt das Tempo. Manche essen schnell größere Mengen, andere brauchen mehr Zeit.

Was Babys im ersten Lebensjahr nicht bekommen sollten

Folgende Lebensmittel sind im ersten Jahr ungeeignet:

  • Honig (Wegen der Gefahr von Säuglingsbotulismus)

  • Ganze Nüsse (Verschluckungsgefahr)

  • Rohe tierische Lebensmittel wie Rohmilch, rohe Eier, Salami, Mett, roher Schinken, Räucherfisch oder unzureichend erhitzte tierische Produkte

  • Stark gesalzene, gesüßte oder scharf gewürzte Speisen

Speisen sollten möglichst einfach und kindgerecht zubereitet sein. Babys brauchen keine Zusatzsüße und keine starke Würzung.

Übergang zum Familienessen

Gegen Ende des ersten Lebensjahres wächst das Interesse am Familientisch. Das Kind wird langsam an weiche, wenig gewürzte Kost herangeführt. Geduld ist wichtig, da manche Kinder Zeit brauchen, neue Lebensmittel und Konsistenzen zu akzeptieren. Wichtig ist es, auch bei anfänglicher Ablehnung, Lebensmittel immer wieder ohne Druck anzubieten.

Selbst kochen oder Gläschen?

Beides ist möglich. Selbst gekochter Brei oder fertige Babynahrung aus dem Glas passen gut, wenn sie altersgerecht zusammengesetzt sind.

Bei Gläschen lohnt ein Blick auf die Zutaten: möglichst einfach, ohne unnötigen Zuckerzusatz und passend für das Alter. Je nach Produkt kann es sinnvoll sein, noch etwas Rapsöl hinzuzufügen.

Wenn ein Baby gestillt wird und nur selbst gekochte Breie erhält, wird empfohlen, täglich etwa 50 Mikrogramm Jod zusätzlich zu geben – am besten in Absprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Bei Flaschennahrung oder industrieller Beikost ist dies meist nicht nötig.

Viele Rezepte finden sich beispielsweise hier.

Trinken nicht vergessen

Mit Beikost benötigt das Baby regelmäßig etwas zu trinken, idealerweise Wasser. Muttermilch oder Säuglingsnahrung bleiben wichtige Nahrungsbestandteile.


Quellen:

Stand: April 2026

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