Vater oder Mutter in Haft
Bayern stärkt Unterstützung für Kinder inhaftierter Eltern
Wenn ein Elternteil ins Gefängnis muss, verändert sich das Leben der Kinder schlagartig. Viele fühlen Scham oder Schuldgefühle und geraten in belastende Situationen, die sie ohne Hilfe kaum einordnen können. Damit diese Familien nicht allein bleiben, baut Bayern seine Unterstützungsangebote weiter aus und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Justiz.
An Modellstandorten wie Nürnberg und Bayreuth wurde erprobt, wie eine enge Verzahnung von Fachkräften aus Jugendhilfe und Justiz Kindern von Inhaftierten ganz praktisch hilft – etwa durch bessere Beratung, niedrigschwellige Angebote und verlässliche Ansprechpersonen. Die dort gewonnenen Erfahrungen sollen künftig landesweit umgesetzt werden. Ein dichtes Netz aus 96 Jugendämtern und rund 180 Erziehungsberatungsstellen bietet bereits Unterstützung für Familien in schwierigen Lebenslagen.
Auch im Strafvollzug wird der Blick zunehmend auf die Bedürfnisse der Kinder gerichtet. Bayern baut sein Angebot an Mutter-Kind-Abteilungen aus. Zudem wurden in allen Gefängnissen Familienbeauftragte eingesetzt und zahlreiche Schulungen entwickelt, um den Vollzug familienfreundlicher zu gestalten.
In vielen Justizvollzugsanstalten gibt es inzwischen kindgerechte Besuchsräume mit Spielzeug und Büchern. Wandgestaltungen mit dem Maskottchen „Juki“ sollen Kindern helfen, die ungewohnte Umgebung besser auszuhalten. Einige Gefängnisse haben zudem spezielle Briefkästen eingerichtet, in die Kinder nach ihrem Besuch Postkarten für ihre Eltern einwerfen können.
Die verschiedenen Maßnahmen verfolgen ein gemeinsames Ziel: Kindern inhaftierter Eltern Stabilität zu geben und gleichzeitig die familiären Bindungen zu stärken – ein wichtiger Faktor für die Zukunft der Kinder und für die Rückkehr der Eltern in ein geregeltes Leben.
Quelle: https://jugendhilfeportal.de/artikel/vater-oder-mutter-in-haft