App Logo

Insektenstiche bei Kindern

Bienen-, Wespen-, Mückenstich oder Zeckenbiss bei Kindern: Was ist zu tun?

Gerade in den warmen Monaten passiert es schnell, dass ein Kind beim Spielen oder Essen im Freien von einer Biene oder Wespe gestochen, von Mücken geplagt oder von einer Zecke gebissen wird. Meist ist das unangenehm, aber harmlos. Wichtig ist, ruhig zu bleiben und richtig zu reagieren.

Mückenstiche

Mückenstiche sind meist harmlos, können aber stark jucken und Kinder zum Kratzen verleiten.

Das hilft:

  • Stichstelle kühlen

  • möglichst nicht kratzen

  • bei Bedarf ein geeignetes Mittel gegen den Juckreiz verwenden

  • die Haut sauber halten

Bitte ärztlich abklären lassen, wenn:

  • die Schwellung ungewöhnlich stark ist

  • sich die Stelle entzündet

  • Fieber oder andere Beschwerden dazukommen

Bienen- oder Wespenstich

Ein wichtiger Unterschied:

  • Bienen verlieren ihren Stachel häufig nach dem Stich – er bleibt dann in der Haut stecken.

  • Wespen stechen in der Regel ohne zurückbleibenden Stachel.

Ist nach dem Stich ein Stachel sichtbar, sollte er möglichst rasch entfernt werden. Denn bei einem Bienenstich kann über den Stachel noch weiter Gift in die Haut gelangen.

Erste Hilfe nach einem Bienen- oder Wespenstich

Das können Sie tun:

  • Kind beruhigen

  • sichtbaren Bienenstachel vorsichtig entfernen

  • Einstichstelle steril versorgen und kühlen

  • Stichstelle weiter beobachten

Wichtig: Der Stachel sollte schnell, aber ohne riskantes Herumprobieren entfernt werden. Sitzt er an einer sehr empfindlichen Stelle, etwa am Auge, im Mund oder Rachen, sollte sofort medizinische Hilfe geholt werden.

Zeckenbisse

Nach dem Spielen im Garten, im Wald oder auf Wiesen sollte die Haut des Kindes kurz kontrolliert werden.

Wird eine Zecke entdeckt:

  • die Zecke möglichst bald entfernen

  • dabei ruhig und vorsichtig vorgehen

  • kein Öl, keinen Klebstoff und keine anderen Hausmittel verwenden

  • die Stelle in den folgenden Tagen beobachten

  • Notieren Sie das Datum und die Stelle des Zeckenbisses

Zeckenbisse sind tückisch, weil sie weder jucken noch schmerzen und dadurch schnell übersehen werden. Außerdem können Zecken gefährliche Erreger auf den Menschen übertragen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt deshalb eine FSME-Impfung für alle Personen, die in einem FSME-Risikogebiet leben oder sich dort aufhalten.

Bitte ärztlich abklären lassen, wenn:

  • die Zecke nicht vollständig entfernt werden konnte

  • sich eine ringförmige Rötung bildet

  • grippeähnliche Beschwerden auftreten

  • Unsicherheit besteht

Wann ärztliche Hilfe nötig ist

Bitte suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe oder wählen Sie den Notruf 112, wenn:

  • Atemnot auftritt

  • Schwellungen im Mund- oder Rachenraum entstehen

  • Kreislaufprobleme, Schwindel oder starke Schwäche auftreten

  • das Kind am ganzen Körper Ausschlag bekommt

  • eine bekannte Insektengiftallergie vorliegt

  • mehrere Stiche erfolgt sind

Was Eltern Betreuungseinrichtungen mitteilen sollten

Wenn Ihr Kind eine Allergie gegen Insektenstiche hat, informieren Sie bitte Kita, Tagespflege oder Schule frühzeitig und hinterlegen Sie – falls vorhanden – die notwendigen Hinweise und Medikamente nach den dortigen Abläufen.

Gut zu wissen

Betreuungseinrichtungen müssen bei Verletzungen und akuten Situationen Erste Hilfe leisten. Dazu gehört auch, bei einem sichtbaren Bienenstachel angemessen und zügig zu handeln und ihn zu entfernen, wenn dies gefahrlos möglich ist.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) schreibt in ihrem "Handbuch zur Ersten Hilfe in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder", dass Ersthelferinnen oder Ersthelfer grundsätzlich Fremdkörper nicht entfernen sollen, da die Gefahr besteht, dass zusätzliche Schmerzen und Schädigungen (z. B. an Blutgefäßen und Nerven) entstehen oder starke Blutungen auftreten.

Als Ausnahme gelte aber: Insektenstiche (Stachel) und Zecken sollen sofort entfernt werden.

Bei der Entfernung einer Zecke, sollten Eltern ihr schriftliches Einverständnis erteilen, dass eine Entfernung durch die pädagogischen Fachkräfte gewünscht ist. Liegt das Einverständnis nicht vor oder befindet sich der Zeckenstich in einer ungünstigen, schlecht er reichbaren Körperregion, sind die Erziehungsberechtigten zu informieren. Eine zeitnahe ärztliche Behandlung ist angeraten.

Fazit

Ein Bienen-, Wespen- oder Mückenstich oder auch ein Zeckenbiss ist meist kein Notfall – aber schnelles und besonnenes Handeln hilft.
Kühlen, beobachten und einen sichtbaren Bienenstachel bzw. eine Zecke rasch entfernen sind wichtige erste Schritte. Bei Atemnot, starken Schwellungen oder deutlichen allergischen Reaktionen gilt: sofort medizinische Hilfe holen.

Quellen

Schnell Erste Hilfe leisten – DGUV pluspunkt

DGUV Information 204-008 „Handbuch zur Ersten Hilfe in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder“

Kita2Day I Bienen- oder Wespenstiche bei Kita-Kindern - was tun? - YouTube

Stand

06/2026

Ihre Browserversion ist veraltet.

Diese Web-App ist mit veralteten Browsern wie dem Internet Explorer 11 nicht kompatibel. Bitte nutzen Sie um schnell & sicher zu surfen einen modernen Browser wie Firefox, Google Chrome, oder Microsoft Edge.